Papierformate
Im grafischen Gewerbe ist es nicht nur als Drucker sondern auch als Mediengestalter enorm wichtig, die
DIN Papierformate sowie die Rohbogenformate für den Druck zu Erkennen, zu Unterscheiden und zu Berechnen. Zunächst beginnen wir mit den Bogenformaten. Beim Bogenpapier sind die Formate genormt. Man unterscheidet zwischen den Rohformaten für die Weiterverarbeitung und den beschnittenen Bogenendformaten. Die Papierfabriken liefern die unbeschnittenen Rohbogen an den Handel, der diese entweder unbeschnitten weitergibt oder nach den
DIN Reihen (
DIN 476 und DIN 823) zuschneidet.
Die beschnittenen Bogenendformate sind im Rahmen der Deutschen Industrie Norm auf die
DIN A festgelegt. Das Grundformat für beschnittene Bogenendformate ist der Vierfachbogen mit der Klassenbezeichnung 0 und einer Kantenlänge von 841 x 1189 mm (1 m² Fläche). Die
Formate einer Reihe gehen durch Halbieren, Vierteln, Achteln aus Ihrem größten Bogen hervor. Die Klassennummer eines Formates gibt an, wie oft der zugehörige Vierfachbogen gefalzt oder zerschnitten werden muss, damit dieses Format entsteht. Durch beispielsweise viermaliges Falzen des Formates
A 0 erhält man
A 4 (210 x 297 mm). Bei den Druckbogen hat man zu den A-Formaten noch den nötigen Beschnitt dazugegeben, der flächenmäßig jeweils 5 % beträgt. Das Ausgangsformat dieser Formatreihe beträgt 860 mm x 1220 mm. Durch das Halbieren entstehen daraus die kleineren Rohbogenformate A1 = 610 x 860 mm und A2 = 430 x 610 mm. Diese Rohbogenformate haben sich in der heutigen Zeit eher als zu klein erwiesen, da neben dem
Beschnitt und den
Greiferkanten, sowie den
Passkreuzen auch noch die
Farbkontrollstreifen ausserhalb des Druckbildes Platz finden müssen. Sie wurden durch neue, größere Druckbogenformate ersetzt, zum Beispiel 700 x 1000 mm oder 500 x 700 mm.

Rohbogenformate für die DIN A Formate: A0 = 860 x 1220 mm A1 = 610 x 860 mm A2 = 430 x 610 mm A3 = 297 x 420 mm A4 = 215 x 305 mm alle Formate
Formate für den Offsetdruck: Hochformat: 21 x 29,7 cm Querformat: 29,7 x 21 cm Quadratisches Format: 20 x 21 / 22 x 20 cm Schmalformat: 12 x 29,7 cm (Maßangaben für das Endformat des Druckproduktes)
Nutzenberechnung
Wenn wir nun unser
Proof erstellt haben, und die
Imprimatur ( Druckfreigabe) des Kunden erfolgt ist, können wir nicht umhin, uns daran zu machen die einzelnen Nutzen auf dem Druckbogen zu platzieren. Zur Verdeutlichung der Aufteilung der einzelnen Nutzen auf einem Druckbogen sehen wir uns die folgenden 2 Abbildungen an. Die einzelnen Elemente sind hier zum besseren Verständnis seperat beschrieben.
Druckbogen Dreibruchkreuzfalz (links) Umschlagen Zusammentragen 2 Druckformen


Umschlagen: Wendung über die seitliche Kante des Druckbogens, Greiferrand (in die Maschiene einlaufende Seite) bleibt gleich. Die seitliche Anlagekante wechselt von links nach rechts oder umgekehrt. Anwendung: zwei und vierfarb Maschienen
Zusammentragen: Die gefalzten Bogen werden aufeinander gelegt, die Flattermarken bilden eine Treppe
1. Bogen erste Seite 1 letzte Seite 16 - 2. Bogen 1 x 16+1=17 2 x 16 = 32 - 3. Bogen 2 x 16 + 1 = 33 3 x 16 = 48
Die Anordnung der Seiten auf dem Druckbogen ist von der Falzart abhängig !!!
Sammeln: Die gefalzten Bogen werden ineinandergesteckt-erster Bogen aussen liegend, letzter Bogen innen liegend
Die Anordnung der Seiten richtet sich nach folgenden Parametern:
a) Art der Falzung In der Buchbinderei ein scharfer Knick oder Bruch bei Papieren. Durch das Falzen entsteht entweder ein Produkt mit fortlaufenden Seitennummern oder einfach ein kleineres Format. Gefalzt wird im Allgemeinen mit Falzmaschinen. Man unterscheidet prinzipiell Kreuz- und Parallelfalze. Bei einem Kreuzfalz erfolgt der weitere Falz immer im rechten Winkel, bei einem Parallelfalz immer parallel zum vorhergehenden Falz.
b) Art des Druckes (von einer oder zwei Druckformen) c) Wendeart nach Bedrucken des Schöndrucks d) Zusammentragen oder Sammeln
Kreuzfalz (8 Seiten) (16 Seiten) (32 Seiten)
- Zweibruchkreuzfalz -Leporello oder Zickzackfalz
- Dreibruchkreuzfalz
- Vierbruchkreuzfalz
- Parallelfalz
- Wickelfalz
- Zweibruch Fensterfalz
Binden:Infobox:
Die bedruckten Rohbogen werden beim Buchbinden gefalzt, gebunden, beschnitten und mit einem Einband versehen. Teilweise werden die Einbände auch noch veredelt. Oft werden zum Schluss die nun fertigen Bücher, Hefte, Zeitschriften oder Zeitungen noch einzeln oder zu mehreren eingeschweißt oder in Papier eingeschlagen.
Klebebindung, Fadenheftung, Fadensiegelheftung